Indoorcycling,
ist der Oberbegriff für Gruppentrainingsprogramme - meist als Ausdauersportart -, die auf stationären Fahrrädern, meist in der Gruppe und mit Musik ausgeführt werden.
Spinning ist ein geschützter Name für Indoorcycling-Programme.
Entstehungsgeschichte
Erfunden wurde das Konzept in den 1980er Jahren vom Radsportprofi Johnathan Goldberg ("Johnny G"). Der südafrikanische Straßenradfahrer befand sich vor 18 Jahren mitten in der Vorbereitung für das „Race Across America“ und wollte seine schwangere Frau nicht allein lassen. Um zu trainieren stellte er sein Rad auf ein Rollband in die Garage und trainierte dort. Nachdem sich dann auch Nachbarn und Freunde anschlossen, kam auch bald die Musik dazu und die Idee des Spinning war geboren.
Zu diesem inzwischen eingetragenen Markenzeichen haben sich diverse Konkurrenzprodukte wie Power Cycling, Studiocycling usw. entwickelt, die jedoch alle auf den von Goldberg entwickelten Prinzipien beruhen. Durch die Weiterentwicklung der Spin-Bikes sowie neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse kann das Indoor-Cycling heute als herzfrequenzgesteuertes Training betrieben werden. Die Ausbildung der Trainer - auch Instructoren genannt - wurde auch dementsprechend verändert.
Technik
Die Kraftübertragung erfolgt starr über eine Kette oder einen Zahnriemen auf eine Schwungscheibe, deren Gewicht je nach Herrsteller zwischen 18 und 25 kg beträgt. Der Großteil der Indoorbikes funktioniert mit starrer Nabe also ohne Freilauf. Erste Bikes mit einem sogenannten Sicherheitsfreilauf sind auf dem Markt. Der Widerstand wird durch Einstellen der Bremskraft auf die Schwungscheibe reguliert. Über den Widerstandsknopf kann jeder die Intensität seines Trainings selbst bestimmen. Da man am besten zwischen 60 und 85% seiner maximalen Herzfrequenz trainiert, ist es wichtig eine Pulsuhr zu verwenden.
Training
Trainiert wird normalerweise in einer Gruppe, angeleitet von einem Instructor. Dieser gibt den Verlauf der Belastung vor, indem er die verschiedenen Fahrtechniken anspricht (bergauf, bergab, Jumps, Waves und mögliche Abwandlungen und Kombinationen). Die Trittfrequenz wird von der vom Instructor ausgewählten Musik vorgegeben.
Es gibt vier Grundtechniken, die auf den stationären Bikes gefahren werden:Fahren im Sitzen, Hände locker aufgelegt (Handposition 1), Fahren im Sitzen, Hände fest um die Lenkstange (Handposition 2), Fahren im aufrechten Stehen in Handposition 2 (Running), Fahren im nach vorn gebeugten Stehen, Hände an die nach vorn gezogenen Enden des Lenkers (Handposition 3), im Rhythmus der Musik eine bestimmte Anzahl von Pedal-Umdrehungen abwechselnd im Stehen und im Sitzen fahren (Jumps, auch Intervall genannt). Meist werden Jumps (Intervall) mit je einer bis acht Umdrehungen je im Stehen und im Sitzen absolviert. Eine typische Einheit besteht aus dem Warm-up (Einfahren), der eigentlichen Trainingseinheit, dem Cool-down (Ausfahren) und einem kleinen Stretching-Programm. Eine Einheit dauert meist um eine Stunde. Zu niedrige (unter 60 rpm) oder zu hohe (über 120) Trittfrequenzen sollten vermieden werden, um Knieproblemen vorzubeugen. Meistens wird zwischen 80 und 120 rpm gefahren, was allerdings auch von der Fahrtechnik abhängt, die gewählt wurde.
Ein Vorteil von Indoorcycling ist, dass Personen mit unterschiedlichem Leistungsvermögen miteinander trainieren können, da der Schwierigkeitsgrad individuell angepasst werden kann. Somit ist Spinning auch für Anfänger geeignet.
Zum Konzept gehören auch Events (genannt Spinning-Marathon), bei denen mit oft großer Teilnehmerzahl, manchmal auch unter freiem Himmel mehrere Stunden gefahren wird. Üblich sind drei bis fünf Stunden, aber auch 24-Stunden-Events finden statt.
Markenschutz
Spinning ist ein geschützter Name für Indoorcycling-Programme. Die Bezeichnung "Spinning" darf nur verwenden, wer vom Hersteller und Entwickler Johnny G (Jonathan Goldberg, geb. 1956 in Johannesburg), der auch Bikes und Ausrüstungsgegenstände vertreibt, autorisiert bzw. lizenziert wurde. Es ist noch die am meisten verbreitete Form des Indoorcycling.
